Im Nordosten der Auvergne, im Zentrum
des Allier und des Bourbonnais, liegt das Land der Herzoge
von Bourbon, die Wiege der acht letzten Könige Frankreichs,
ein Dorado für Kunst- und Geschichtsfans. In
dieser
geschichtsträchtigen Gegend sprudeln viele wohltuende
Wasser.
Der bekannteste Bäderort ist wohl Vichy, der Thermalort
schlechthin, der am Anfang des 20. Jahrhunderts als „Königin
der Thermalstationen” galt.
Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten wie beispielsweise
Madame de Sévigné und Napoleon III. suchten
in der eleganten Stadt Linderung von ihrem Bauchgrimmen.
In dieser Stadt, dem Cambridge der Auvergne, stehen zahlreiche
diskrete Stadtvillen.
Ein Besuch in Bourbon-l’Archambault ist ein Kopfsprung
in die Geschichte des Bourbonen. Die Ruinen der mittelalterlichen,
von den ersten Herren von Bourbon erbauten Festung sind
steinerne Zeugen der

Geschichte.
Heute sind noch drei Türme und die Mauern des Schlosses
erhalten. Die Besucher können den von Ludwig II.
zur Bewachung der Stadt errichteten Turm „Qui Qu’en
Grogne” bestaunen. Die zweite Etappe im Land der
Bourbonen ist Souvigny.
Hier befindet sich das bewegendste Denkmal an die Herzoge.
In einer Kapelle der Priorei Saint-Pierre sind Ludwig
II. und seine Gemahlin Anne d’Auvergne bestattet.
Souvigny ist ebenfalls für seine Bibel bekannt, einem
Meisterwerk der mittelalterlichen Kunst im Bourbonnais.
Und zum Abschluss dieser Reise in die sieben Jahrhunderte
lange Geschichte der Herrschaft über Zentralfrankreich
muss man noch Moulins, der Hauptstadt der Bourbonen,
einen Besuch abstatten.
Vom dem von Archambault erbauten Palast sind heute nur
noch der eckige „La Mal Coiffée”-Turm,
die Privatkapelle der Herzoge und der zum Kunst- und
Archäologiemuseum umfunktionierte Pavillon von
Anne de Beaujeu erhalten.